Präanalytik – So bekommen Sie richtige Testergebnisse

Liebe Praxen,

weiterhin können Präsenzveranstaltungen nur eingeschränkt stattfinden. Auf Fortbildungen sollen Sie deshalb nicht verzichten. Frau Kurschat (Lehr-MTA, Labor Dr. Fenner und Kollegen) und Frau Miersch (Leitende MTA Mikrobiologie, Labor Dr. Heidrich und Kollegen) haben ein weiteres Video für Sie aufgenommen, dieses Mal zum Thema „Präanalytik“. In dem Video geht es um wichtige Regeln und Prozesse bei Blut- und anderen Probeentnahmen, die für valide Untersuchungsergebnisse beachtet werden müssen.

Wenn Sie Fragen zu den Inhalten haben, nutzen Sie gerne die Kommentarfunktion unterhalb dieses Beitrags. Wir werden die Fragen dann entsprechend weiterleiten und beantworten.

Ihr ÄrzteNetz

20 Jahre ÄrzteNetz Hamburg – wir feiern Jubiläum

Liebe Netzmitglieder,

2020 sollte eigentlich das Jahr unserer 20-jährigen Jubiläumsfeier werden, doch manchmal kommen die Dinge anders als geplant. So musste auch unsere Feier – wie so vieles in diesem Jahr – verschoben werden.  

Die Feier holen wir zum 25. Jubiläum nach! Bis dahin möchten wir es nicht versäumen einmal darüber zu sprechen, was uns als ÄrzteNetz Hamburg in den letzten 20 Jahren gelungen ist.

Im Jahre 2000 als ÄrzteNetz Nordwest gegründet, hat sich unser Verein in den Folgejahren des Bestehens auf das Hamburger Stadtgebiet ausgeweitet und ist seit der kürzlich erfolgten Fusion mit dem PraxisNetz Süderelbe nun nahezu in ganz Hamburg vertreten. Seit dem Gründungsjahr können wir mit nunmehr 361 Mitgliedern bestehend aus Haus- und Fachärzt*Innen, Einzel- und Gemeinschaftspraxen, Krankenhäusern, Gesundheitszentren, Apotheken und weiteren in der Medizinbranche Tätigen stolz behaupten, dass es uns gelungen ist, ein funktionierendes, sich gegenseitiges unterstützendes und sogar freundschaftliches Netz zu spinnen.

Gemeinsam mit unseren aktiven Mitgliedern und dem engagierten Vorstandsteam stehen wir ein für die Förderung einer qualitativ hochwertigen wohnortnahen haus- und fachärztlichen Patientenversorgung. Um dieses übergeordnete Ziel zu verfolgen, verbünden wir uns für die Interessen der niedergelassenen selbstständigen und freien Ärzt*Innen und kooperieren mit Krankenhäusern und Gesundheitszentren. Und das weiterhin als eigenständiger und finanziell unabhängiger Verein.

Wir unterstützen unsere Mitglieder mit Qualitätszirkeln, einem facharztübergreifenden Terminpool, Gratis-Fortbildungen und Einkaufsgemeinschaften, handeln Kooperationen aus und binden die Mitglieder in unsere digitalen Kommunikationskanäle mit ein – hoffentlich bald auch in Form von Webinaren. Neben der Vernetzung von Kolleg*Innen bieten wir damit in vielerlei Hinsicht einen echten Mehrwert für die Mitgliedschaft. Wir arbeiten stetig daran, zeitgemäße Lösungen für die Belange unserer Mitglieder zu finden und stehen ihnen als vertrauensvoller Partner zur Seite.

Auch wenn 2020 nicht das Jahr der großen Veranstaltungen ist, möchten wir Ihnen für Ihre Mitgliedschaft und Mitarbeit danken. Wir freuen uns über Ihre Beteiligung.

Unser ÄrzteNetz Hamburg e.V.

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Überblick zum ÄrzteNetz Hamburg e.V.

Entwicklung des ÄN

  • 2000 gegründet als ÄrzteNetz Hamburg Nordwest, seit 2007 eingetragener Verein
  • 2010 Gründung der Tochtergesellschaft GfgA (Gesellschaft für geschäftliche Aktivitäten) zur Verbesserung der Handlungsoptionen des ÄN
  • 2011 Einrichtung einer Notfallpraxis des ÄN im Albertinen-Krankenhaus, wirtschaftlicher Betrieb bis Ende 2014, da KV-veranlasste Schließung
  • 2011 umbenannt in ÄrzteNetz Hamburg e.V.
  • Seit 2017 über 300 Mitglieder
  • 2019 Innovation der Außendarstellung des ÄN auf digitaler Basis (Homepage, soziale Medien, Newsletter für Mitglieder rein digital jede Woche)
  • 2020 Fusion mit dem PraxisNetz Süderelbe (PNS)

Zweck und Ziele im Netzverbund

Interessengemeinschaft niedergelassener selbstständiger und freier Ärzt*Innen in Hamburg

Förderung einer qualitativ hochwertigen wohnortnahen haus- und fachärztlichen Patientenversorgung

Förderung der sektorenübergreifen Kooperation mit Krankenhäusern und Gesundheitsdienstleistern

Aktuelle Mitgliederzahlen

  • Mitgliederzahl Stand August 2020: 361 Mitglieder
  • 201 Haus- und Fachärzt*Innen fast aller Fachrichtungen in 148 Einzel- und Gemeinschaftspraxen, 8 Krankenhäuser, 9 Gesundheitszentren, mehrere Apotheken, mehrere Physiotherapiepraxen, ein Akustiker, Sanitätshaus, Orthopädie-Schuhhäuser, mehrere Pflegedienste, ein Senioren- und Pflegeheim, eine Firma für Qualitätsmanagement, einen qualifizierten Krankentransport
  • Außerdem 130 außerordentliche Mitglieder (dazu zählen Kolleginnen und Kollegen großer Gemeinschaftspraxen, die mehr als vier selbstständige Partner haben sowie angestellte Ärzt*Innen)   

Typische Merkmale unseres ÄrzteNetzes

  • Gesundheitszentren des ÄNHH in den Hamburger Stadtteilen zur flächendeckenden Netzpräsenz für Ärzte und Patienten
  • Vertretung für die Netzmitglieder in Standesorganisationen, Fachausschüssen und Beiräten von KV und Ärztekammer
  • Qualitätszirkel (auch fachübergreifend) für die Ärzt*Innen
  • Terminpool zur facharztübergreifenden Patientenzuweisung mit kurzen Wartezeiten
  • Service Hotline für Patienten 24 Stunden am Tag an 365 Tagen im Jahr
  • Gratis-Fortbildungen für medizinisches Personal und Ärzt*Innen
  • Einkaufsgemeinschaft zum günstigen Einkauf des Praxisbedarfs
  • Kooperationen mit Banken und Unternehmen außerhalb des Netzes zum wirtschaftlichen Nutzen der Mitglieder
  • Ablehnung rein gewinnorientierter MVZs mit nichtmedizinischen Investoren
  • Förderung der digitalen Kommunikation innerhalb des Netzes
  • Förderung der Präsenz des ÄN und seiner Mitglieder in den sozialen Medien
  • Einjährige Förderung einer von den Mitgliedern gewählten karitativen Einrichtung

ÄrzteNetz….for Eritrea

Im Juni 2020 wurde wie vereinbart das Förderprojekt des ÄrzteNetz mit der medizinischen Hilfsorganisation ‚for Eritrea‘ – zur Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens und der öffentlichen Gesundheitspflege in Eritrea – nach einem Jahr beendet.

Frau Dr. Graubner (Vorstandsmitglied bei ‚for Eritrea‘) wurde nun von Dr. Andreas Schüßeler (Vorsitzender des ÄrzteNetz) der gut gefüllte Kasten mit dem Inhalt der Spendendosen aus den Arztpraxen der Netzmitglieder übergeben. Neben diesem Beitrag hoffen wir, dass viele Netzmitglieder in Eigenregie an die Organisation gespendet haben, um die Gesundheitsfürsorge für Mütter, Kinder und Frauen in Eritrea zu verbessern und auf diese Weise die Ausbildung des medizinischen Personals in Eritrea zu fördern.  

Wir möchten nicht versäumen, mit nachstehender Kontoverbindung noch weitere Helfer für eine Spende zu motivieren:


For Eritrea e.V.
(Medical Support in Partnership)
Deutsche Bank Hamburg
IBAN: DE22 2007 0024 0337 8247 00

Spendenprojekt 20/21 ArztMobil – Interview mit Julia Herrmann

Wir haben Julia Herrmann getroffen – Geschäftsführerin des ArztMobils, unser neues Spendenprojekt – und haben ihr ein paar Fragen zum Projekt gestellt und auf welche Hilfe das ArztMobil gerade am meisten angewiesen ist.

ÄN: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, das ArztMobil ins Leben zu rufen?

JH: Ende 2016 halfen einige Mitarbeiter vom ArztMobilHamburg bei einem Projekt mit, welches Lebensmittel, Kleidung und Hygieneartikel in der Innenstadt verteilte. Wir sahen, dass die Bedürftigen teilweise in einem schlechten gesundheitlichen Zustand waren und fingen an, in Hauseingängen die Menschen medizinisch zu versorgen. Dies war auf Dauer keine Lösung, da kein Schutzraum vorhanden war, der Privatsphäre bot. So kam die Idee auf, eine mobile Praxis zu organisieren, welche wir in einem Maskenmobil fanden. Dieser Bus ist ausgestattet mit Schubladen, Regalen und kleinen Schränken, die wir nutzen konnten, um die medizinische Ausstattung zu verstauen.

ÄN: Wie wird das ArztMobil unter den Betroffenen angenommen?

JH: Das ArztMobil wird von Anfang an gut angenommen. Doch es brauchte einige Zeit, bis es sich unter den Patienten herumsprach. Das Team musste sich das Vertrauen erarbeiten, da Scham oft eine große Rolle spielt. Während unserer Arbeit stellten wir fest, dass eine Sprechstunde parallel zu einer Essensverteilung von Vorteil ist, da die Menschen dadurch leichter zu erreichen sind. Fürsorge und Respekt den Patienten gegenüber steht bei uns an erster Stelle.

ÄN: Inwiefern hat sich die Lage sich zu Corona-Zeiten verändert? 

JH: Wir haben als Team beschlossen, die Sprechstunden an den Wochenenden und Feiertagen weiter aufrecht zu erhalten. Viele Ganztagesstätten und Projekte mussten aufgrund von Corona vorerst schließen. Für unsere Patienten und uns war die Zeit wirklich schwierig, da auch die medizinische Versorgung kaum aufrecht zu erhalten war und die Vermittlung an andere Projekte nicht mehr möglich war. Zusätzlich hatten die Bedürftigen kaum zu essen, da Flaschen sammeln, betteln sowie der Verkauf von Hinz und Kunzt nicht mehr möglich war.

Hinzu kam, dass die Beschaffung von Schutzmaterialien sehr schwer war. Inzwischen hat sich die Situation entspannt, medizinische Versorgung findet auch in anderen Projekten wieder statt.

ÄN: Welche Art von Hilfe benötigen Sie (gerade) am meisten?

JH: Da unser Projekt sich rein aus Spenden finanziert, sind wir auf Sach-und Geldspenden angewiesen. Verbandsmaterialien, Wundauflagen, Desinfektionsmittel, Rollstühle, Unterarmgehstützen sind immer knapp und dadurch willkommene Spenden. Sachspenden können direkt über mich unter julia@arztmobilhamburg.org oder unter 0173-9897208 gemeldet werden. Auch freuen wir uns immer über tatkräftige Mithilfe, insbesondere von Ärzten oder medizinischem Fachpersonal, im Team.

Spendenkonto:
ArztMobil Hamburg gUG (haftungsbeschränkt)
IBAN: DE92201900030019626100
BIC: GENODEF1HH2 (Hamburger Volksbank)
Verwendungszweck: ,,Spende ArztMobil Hamburg“

(Wird eine Spendenbescheinigung gewünscht, bitte die Adresse auf
dem Überweisungsträger vermerken)

Lehrvideo: Hygiene in der Arztpraxis

Liebe Praxen,

wir freuen uns, Ihnen ein weiteres kurzes Lehrvideo präsentieren zu dürfen, das unter maßgeblicher Federführung vom Labor Dr. Heidrich und Kollegen entstanden ist. Dieses Mal sprechen wir über die wichtigsten Hygiene Regeln im Praxisalltag. Teilen Sie es gerne unter Ihren KollegInnen und MitarbeiterInnen.

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Ihr ÄrzteNetz

Hygiene in der Arztpraxis – Sonderausgabe zu COVID-19

Liebe Praxen,

da unsere beliebten Hygiene Fortbildungen derzeit nicht stattfinden können, haben Frau Kurschat (Lehr-MTA, Labor Dr. Fenner und Kollegen) und Frau Miersch (Leitende MTA Mikrobiologie, Labor Dr. Heidrich und Kollegen) sich eine Alternative überlegt und für Sie ein kurzes Video zum Thema “Hygiene in der Arztpraxis – Sonderausgabe zu COVID-19” erstellt.

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Ihr ÄrzteNetz

Covid-19 Studie des Ärztenetzes in der Ärztezeitung

Unsere diese Woche gestartete Studie zur Immunität unter Netzärzten gegen das SARS CoV-2 findet nun auch in der Presse hohen Anklang. Hier gelangen Sie direkt zum Beitrag in der ÄrzteZeitung.

Pilotstudie des Ärztenetzes zur Immunität gegen das Corona-Virus

Behandelnde Ärztinnen und Ärzte sowie weitere Gruppen, die in direktem Patientenkontakt stehen, sind zu Zeiten der Corona-Krise einem besonders hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt. Gleichzeitig stellen sie systemrelevante Gruppen dar, deren Funktionsfähigkeit unbedingt gesichert bleiben muss. Abhilfe kann nach aktuellem Stand die Abklärung der persönlichen Immunität gegen SARS-CoV-2 schaffen. Deswegen wollen wir als ÄrzteNetz bei unseren niedergelassenen ärztlichen Mitgliedern eine Antikörper Testung ab dem 06. April 2020 durchführen.


Das ÄrzteNetz Hamburg bietet sich als Studienkollektiv an, weil es im ganzen Hamburger Raum über 300 niedergelassene Ärztinnen und Ärzte in 145 Haus – und Facharztpraxen (Einzelpraxen und verschieden große Praxen in unterschiedlicher Kooperationsform) hat sowie acht angeschlossene Netzkrankenhäuser mit ihrem ärztlichen Personal. Anhand dieser Gruppe soll in der Studie festgestellt werden, wie der Immunisierungsgrad aktuell (2. Aprilwoche) ist und sich im Verlauf nach vier und acht Wochen gestaltet.


Ziel der Studie soll es sein, den Ärzten eine größere Sicherheit in der Einschätzung einer möglicherweise bereits bestehenden Immunität geben. Wir möchten zur Klärung beitragen, wie sich die Corona Immunisierung innerhalb der Hamburger Ärzteschaft entwickelt. Dies soll anhand der pseudonymisierten Ergebnisse in einer Pilotstudie untersucht werden. Darüber hinaus ergeben sich möglicherweise auch Konsequenzen für andere mit der Patientenbehandlung und –pflege betraute Berufsgruppen. Gleichzeitig können die Ergebnisse relevant im Kampf gegen zukünftige Epidemien sein.


Als individuelle Kriterien sollen folgende Parameter berücksichtigt werden:1. Ambulant – stationär2. Fachrichtung3. Individuelle Vorerkrankungen/Risikofaktoren der Probanden4. Individuelle Corona-Anamnese der Probanden – Stattgehabte PCR-Testung – Aufenthalt im Risikogebiet – Exposition gegenüber positiv getesteten Personen


Durchführung

Die Studie wird als Pilotstudie durchgeführt mit der zurzeit einzigen zertifizierten Testsubstanz SARS – CoV – 2 ELISA IgG 96×01 El 2606 – 9601 G der Firma Euroimmun Lübeck, Deutschland. Die eingesandte Vollblutprobe (5ml) wird 5 – 10 Tage nach Auswertung entsorgt. Testpersonen sind Hamburger Ärztinnen und Ärzte der meisten Fachrichtungen im niedergelassenen und stationären Bereich, soweit sie Mitglieder im ÄrzteNetz Hamburg sind. Die Teilnahme erfolgt freiwillig und nach Kenntnisnahme und Einwilligung der Informationen zu der Studie einschließlich der erforderlichen Datenschutzbestimmungen.


Testverlauf

Es werden Antikörpertests zu drei Zeitpunkten im Abstand von null, vier und acht Wochen durchgeführt. Die Testungen erfolgen in drei dem ÄrzteNetz Hamburg angehörenden Laboren nach identischem Verfahren und mit identischer Testsubstanz. Mittels Barcode erfolgt die Pseudonymisierung der Daten. Zur Auswertung wird der anonymisierte Teil der Anforderungsbögen an die Studienleitung übermittelt. Die Teilnehmer erfahren das Testergebnis persönlich wie bei jeder anderen Laboruntersuchung


Wir halten Sie über die Ergebnisse auf dem Laufenden.

Ihr ÄrzteNetz

Infoveranstaltung der UKE Klinik für HNO Heilkunde am 18.09.2019

„Zungenschrittmacher als Therapieoption bei CPAP-Versagen“ am 18.09.2019 um 16.00 Uhr im Dorint-Hotel am UKE. Es referieren Prof. Dr. Chr. Betz, Dr. M. Oldigs, Dr. J. Wiedemann und Privatdozent Dr. A. Böttcher (Foto)

mit einem Klick zum Flyer

17. April – Welttag der Hämophilie

Seit 1989 gibt es diesen Tag, der an die Bluterkrankheit erinnern soll.

Hämophilie ist eine Erbkrankheit, bei der die Blutgerinnung gestört ist. Das Blut aus Wunden gerinnt nicht oder nur langsam.

Hämophilie – die Neigung zu Blutungen, die „Krankheit der Könige“ – so genannt, weil sie in vielen Europäischen Herrscherfamilien gehäuft vorkommt. Die Königsfamilien heirateten untereinander und somit wurden die Gendefekte, die zur Erbkrankheit der Hämophilie führten, immer wieder an die Nachkommen weitergegeben.

Es gibt viele Formen der Hämophilie. Am bekanntesten ist die Hämophilie A, bei der der Gerinnungsfaktor mit der Nummer 8 (VIII) zu wenig gebildet wird. Durch diesen Mangel wird bei einer Verletzung das zum Wundverschluss notwendige Blutgerinnsel nicht oder ungenügend gebildet, der Betroffene kann verbluten.

Durch Mutationen, die zu Defekten in der Erbanlage führen, können bestimmte Gerinnungsfaktoren nicht ausreichend gebildet werden. Besonders häufig tritt der Mangel an Faktor 8 auf. Dieser wird über das Geschlechtschromosom X vererbt. Da Männer nur ein X-Chromosom besitzen und damit einen Erbdefekt mit einem gesunden Chromosom nicht kompensieren können, betrifft diese Erkrankung eigentlich auch nur Männer. Früher, als es noch nicht so gute Behandlungsmöglichkeiten mit künstlichen Faktoren gab, war die Lebenserwartung der Menschen mit einer Hämophilie deutlich niedriger.

Übrigens: Eine leichte Gerinnungsstörung, zum Beispiel bei einem leichten Mangel des sogenannten von-Willebrand-Faktors (die häufigste vererbte Gerinnungsstörung auf der Welt), kann im Alter sogar von Vorteil sein, weil man einfach nicht so leicht einen Herzinfarkt oder Schlaganfall bekommen kann.

Menschen, die unter Nasenbluten leiden, die leicht blaue Flecken bekommen oder bei denen es immer lange dauert, bis es nach einer leichten Verletzung aufhört zu bluten, sollten sich vor einer  Operation untersuchen lassen.

Es gibt sogar richtige Gerinnungsspezialisten, die Hämostaseologen, bei denen sich Patienten Rat holen können. Aber eigentlich kann jeder Arzt – natürlich auch die Ärzte in unserem ÄrzteNetz – die notwendigen Laboruntersuchungen veranlassen, um herauszufinden, ob eine angeborene Hämophilie vorliegt.

Bleiben Sie gesund!

Dr. Jens Heidrich