Klimatipps für den Alltag

Die grüne Grillsaison startet, nachhaltig genießen, auch bei der Auswahl von Geschirr!

2- stellige Temperaturen und Sonne, das Wetter lädt zum Angrillen ein. Ob im Garten oder auf der Terrasse, im Park oder am Badesee: Grillen geht fast immer und überall.

Nicht nur köstliches Essen und gute Laune sollen garantiert sein, sondern auch der Wunsch, möglichst wenig Aufwand z.B. mit dem Abwasch zu betreiben.

Doch auch hier lohnt es sich, bei der Benutzung von Einweggeschirr auf die Umwelt zu achten!

Einweggeschirr, das umweltfreundlich, biologisch abbaubar und trotzdem stilvoll sein kann, ist hier die Lösung.

Einweggeschirr aus Bagasse (faserigen, gemahlenen Überreste, die bei der Zuckerfabrikation nach dem Auspressen von Zuckerrohr oder bei der Gewinnung von Sirup aus Zuckerhirse zurückbleiben), ist kompostierbar und plastikfrei.

Holzgeschirr wird aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen und ist biologisch abbaubar. Es ist besonders robust und punktet mit einer hochwertigen Optik.

Das Einweg-Besteck aus Naturhölzern ist die perfekte Ergänzung zu Ihren Tellern und Schalen. Es bietet eine umweltfreundliche Alternative zu Besteck aus Kunststoff und wird aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz hergestellt.

Bio-Einwegartikel aus Pappe und Karton werden aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz hergestellt. Unbeschichtete Einweg-Teller und Schalen sind kompostierbar, beschichtete sind recyclingfähig.

Palmblatt- Einweggeschirr zeichnet sich besonders durch die edle Optik und seine vielseitigen Einsatzmöglichkeiten aus. Es wird aus dem Rohstoff Palmblatt hergestellt, das als natürliches Nebenprodukt der Betelnussproduktion nutzbar wird. Es ist biologisch abbaubar.

Weniger ist Mehr – Gesünderes Essen für das Klima und unsere Patient:innen

Ziel: Reduktion des Fleischkonsums im Klinikum, dadurch Reduktion von CO2-Emissionen


Im Klinikum werden seit 01.01.2023 Fleischhauptmahlzeiten auf den Stationen nur noch an 3 statt an 7 Tagen in der Woche angeboten.

Auf diese Weise werden nicht nur Kosten eingespart, sondern auch CO2-Emissionen reduziert, und zwar um rund 400 kg pro Klinikbett und Jahr. Im Falle des betreffenden Hauses (370 Betten) ergibt sich so rechnerisch eine Einsparung von 148 Tonnen pro Jahr (Annahme: Vollbelegung). 

Es ist geplant, das eingesparte Geld in eine qualitativ noch hochwertigere, vorzugsweise regionale und saisonale Kost zu investieren.

Quellen:
1. Emissionseinsparungen
2. Gesundheitlicher Nutzen einer fleischreduzierten Kost 

Kompetenznetzwerk Nachhaltigkeit

Ziel: Mehr Nachhaltigkeit im Krankenhaus durch fachübergreifende, interdisziplinäre, systematisierte Zusammenarbeit im Rahmen eines themenspezifischen Kompetenznetzwerks

Hintergrund Kompetenznetzwerke

Die krankenhausinternen Kompetenznetzwerke befassen sich jeweils mit einem krankenhausübergreifenden Thema. Jedes Netzwerk hat eine:n Pat:in aus der Krankenhausleitung. Sie arbeiten selbstorganisiert. Organisation, Terminierung und die Abstimmung mit den Pat:innen werden dabei von einer:em Koordinator:in übernommen. Jedes Kompetenznetzwerk ist interdisziplinär aufgestellt und jederzeit offen für Impulse und konkrete Vorschläge von weiteren Kolleg:innen. Das Besondere an Kompetenznetzwerken ist, dass sie nach dem Bottom-Up Prinzip funktionieren sollen. Die Ideen und Umsetzungen kommen von den Mitarbeiter:innen selbst und nicht von der Krankenhausleitung. Die Funktion ist nicht als Projekt zu verstehen, denn das Konzept Kompetenznetzwerk ist nicht auf eine Zeitdauer begrenzt, sondern soll stetig weiterbestehen und sich immer wieder mit neu zu definierenden Themen beschäftigen. Das Konzept beinhaltet ein festes Team, das sich regelmäßig trifft und zusätzliche Mitglieder, die je nach Themenbereich und Kompetenz dazu einladen werden, um spezifische Themen zu bearbeiten.

Entstehung des Kompetenznetzwerks Nachhaltigkeit in einem Workshop

Das Kompetenznetzwerk Nachhaltigkeit entstand am 8.11.2022.

Zunächst wurden die im Haus bereits laufenden Maßnahmen vorgestellt (z. B. Gebäudesanierung/Heizungssanierungen, Installation einer Photovoltaikanlage, Umstellen auf LED-Lampen- aktuell bei ca. 80%, Einrichten von Bewegungsmeldern und die Umstellung von Kopier-Hygienepapier/Ärztekrepp auf EU-Ecolabel).
Hierbei wurde deutlich, dass bereits viele Lösungsansätze im Ideenstadium existieren, diese für einen Transformationsprozess aber kontinuierliche Kapazitäten und den wiederkehrenden Austausch erfordern.

In einem Workshop wurden zehn Themenbereiche mit der Methode des World Café (Thementische) bearbeitet:

1. Strom/Wärme/Wasser

2. Raumressourcen nutzen

3. Abfall/Mülltrennung/Recycling

4. Mehrweg vs. Einweg

5. Reinigung/Wäsche/Hygiene

6. Nahrungsmittel

7. Mobilität (Der Weg zum Klinikum)

8. Mobilität (Innerhalb des Klinkums)

9. Verbrauchsmaterial/Chemikalien/Medikamente

10. Technik/Digitalisierung

Die Mitarbeiter:innen haben sich auf die verschiedenen Tische aufgeteilt und konnten dort für ca. zehn Minuten ihre Ideen und Vorschläge zu dem jeweiligen Thema einbringen. Alle zehn Minuten erfolgte ein Wechsel an einen anderen Tisch. So kamen viele verschiedene Ideen und Ansätze für einen nachhaltigeren Umgang mit unseren Ressourcen zusammen. Im Anschluss teilten sich die Mitarbeiter:innen erneut auf, um an einem der zehn Themen spezifisch zu arbeiten. Hieraus entstanden zu jedem Themenbereich eine Maßnahmenidee sowie Ansätze zur Ausarbeitung.

Erstes Netzwerktreffen

Zum Auftakt des ersten Treffens hielt die Koordinatorin einen Vortrag, in dem es um Impact des Gesundheitssektors auf unser Klima ging. Auch wurden der Workshop und die daraus entstandenen Ergebnisse vorgestellt. Eine Kennenlernrunde der Mitglieder des Kompetenznetzwerkes folgte. Das Ziel des ersten Treffens war es, Nachhaltigkeit ganzheitlich zu verstehen, wofür der Vortrag als Medium genutzt wurde. Mithilfe von „Mentimeter“ wurde die Frage „Was verstehen wir unter Nachhaltigkeit?“ betrachtet. Ein Ergebnis: Die vorhandenen Ressourcen zu schonen sollte ein zentrales Thema sein, wenn man den Weg zu mehr Nachhaltigkeit bestreitet.

Im Laufe der Diskussion um einen optimalen Start in die Thematik Nachhaltigkeit wurde deutlich, dass gerade die Mobilität und die Frage „Wie kommen die Mitarbeiter:innen ins Krankenhaus?“ zu den zentralen Themen gehören. Somit stand das erste Thema fest: Mobilität.

Des Weiteren waren sich alle einig, dass ein erfolgreiches Nachhaltigkeitsmanagement nur erreicht werden kann, wenn sich auch die Mitarbeiter:innen mit dem Thema identifizieren können. Aufgrund dessen soll eine Awareness-/Sensibilitätskampagne für die Mitarbeiter:innen entwickelt werden. Hierbei soll einerseits das Thema Nachhaltigkeit den Mitarbeiter:innen näher gebracht werden, anderseits auch Raum gegeben werden, sodass Ideen und Vorschläge eingebracht werden können.

Als drittes Thema wurde das Thema Ernährung ausgewählt. Hierbei wird zunächst der Fokus auf die Cafeteria und somit auf die Ernährung der Mitarbeiter:innen gesetzt.

Grundsätzlich sollen sogenannte Quick Wins vorangetrieben werden. Zusätzlich wurde über eine Bilanzierung der Emissionen gesprochen. Die Thematik ist sehr komplex und gerade in Krankenhäusern noch nicht sehr weit. Die Koordinatorin übernimmt die Aufgabe, sich weiter mit den Möglichkeiten der Bilanzierung von Emissionen im Krankenhaus zu beschäftigen und das Team über diese zu informieren.

Am Ende des ersten erfolgreichen Treffens wurde die Frequenz der Treffen festgelegt, das Team entschied sich für eine zweiwöchige Frequenz.

Aktuelle Maßnahmen

Mobilität

Um einen Überblick zu bekommen, wie die Mitarbeiter:innen in das Krankenhaus kommen, wird zunächst eine Umfrage entwickelt, die im Intranet veröffentlicht und danach vom Kompetenznetzwerk ausgewertet wird.
Ein großes Problem ist das Fehlen von ausreichend diebstahlsicheren und wetterfesten Fahrradstellplätzen. Mit den Ergebnissen der Umfrage soll deutlich gemacht werden, wie wichtig Fahrradstellplätze den Mitarbeiter:innen sind. Zusammen mit dem Standortleiter Technik wurde über eine mögliche Umsetzung eines Fahrradkäfigs diskutiert. Das Ergebnis ist ein abschließbarer, überdachter Fahrradkäfig mit 80 Fahrradstellplätzen und zusätzliche Stellplätze für E-Roller/Motorräder und eine Lademöglichkeit für Akkus von E-Bikes in Form von Schließfächern. Ebenfalls wird die Möglichkeit, eine Stadtradstation anzuschließen, geprüft. Diese Pläne sollen dann dem Geschäftsführer vorstellt werden.

Ernährung

Eine Idee war es, zusätzlich zu dem Essen in der Cafeteria einen Anbieter zu finden, der regionale, saisonale Alternativen bietet.

Quick Wins

Hinter den Quicks Wins steht die Idee, neben den großen festgelegten Themen kleinere, fachabteilungsspezifische Projekte umzusetzen, das heißt einfach umzusetzende Maßnahmen, die durch kleine Prozessanpassungen oder Veränderung schon zum Einsparen von Emissionen führen können (Beispiel: Vermeidung von Desfluran im Anästhesiebereich; Umstellung der Drucker auf doppelseitiges Drucken als Standardeinstellung, um Papier zu sparen; zeitweise Abschaltung der OP-Klimaanlagen, Mülltrennung und Recycling).

Plastic2Purpose: Ein soziales und nachhaltiges Projekt

Ziel: Durch das getrennte Sammeln von PET-Flaschen und -Deckeln CO2-Verbrauch reduzieren und gleichzeitig lokale soziale Einrichtungen unterstützen

Im März 2023 startete das Projekt „Plastic2Purpose“ am Klinikum, welches den Recyclingprozess von PET-Wasserflaschen um eine soziale Komponente ergänzt.

Die Flaschendeckel werden nun getrennt von den Flaschen gesammelt und regelmäßig von einer Einrichtung, in der Menschen mit Behinderung ihren Alltag mit kreativen, handwerklichen oder motorischen Fähigkeiten verbringen können, abgeholt. Dort werden die Deckel farblich sortiert und geschreddert.

Im Anschluss werden aus dem Plastikgranulat in einer offenen, gemeinnützigen Recyclingwerkstatt eines Start-Ups Produkte wie Karabinerhaken, Blumentöpfe oder Bänke hergestellt. Aus dem Granulat von nur 3-4 Deckeln lässt sich beispielsweise ein Karabinerhaken erstellen, um eine Sitzbank zu fertigen werden hingegen etwa 30.000 Deckel benötigt.

Ziel ist es, bei etwa einer Million gesammelter Deckel eine Regenbogen-Sitzbank im Klinikum aufzustellen, um ein sichtbares Zeichen für den Erfolg dieses sozialen und nachhaltigen Projekts zu setzen. 

Recycling von Infusionsflaschen – ECOFLAC

Ziel: Müllreduktion durch Recycling von Infusionsflaschen über ein in Kooperation mit B. Braun entwickeltes Rücknahmesystem

Der Anstoß für das entstandene Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit dem Hersteller B. Braun kam von den Mitarbeitenden selbst, die die Mülltrennungssituation in ihrer Einrichtung verbessern wollten. 

Es wurde zunächst eine Wertstoffsammlung implementiert, in einem nächsten Schritt wurden Lieferanten gezielt in Bezug auf Verpackungsvermeidung und Lieferintervalle angesprochen und schließlich gemeinsam mit B. Braun das Rücknahmesystem für Infusionsflaschen entwickelt: Diese werden separat gesammelt. Die Rücknahme der Flaschen erfolgt wöchentlich bei Neulieferung ohne zusätzliche Emissionen.

Die Firma B. Braun kalkuliert die Entsorgungskosten im Angebotspreis.

Das Projekt zeigt Wirkung:

  • 4-6 Beutel à 120 Liter werden pro Woche gefüllt.
  • Die früher als Restmüll entsorgten Flaschen entsprechen ca. 25 großen Mülltonnen (1.100 Liter) pro Jahr.
  • Durch die Restmüllreduktion sind Kosteneinparungen möglich.

Für die Zukunft in Planung/Erprobung ist die Abbildung des Beitrags
zur CO2-Reduktion über den externen Dienstleister RESOURCIFY.

Etablierung der „Planetary Health Diet“ beim Patient:innenessen und im Mitarbeitendenkasino

Ziel: Motivation und Inspiration der Patient:innen und Mitarbeitenden zu einer gesunden, nachhaltigen und das Tierwohl achtenden Ernährung, Einsparung von großen Mengen CO2-Äquivalent (Methan) und Wasser durch Vermeidung von Produkten aus der industriellen Viehzucht, Verringerung des kardiovaskulären Risikos und des Risikos für maligne Erkrankungen des Intestinaltraktes von Patient:innen und Mitarbeitenden

Methode

Patient:innenessen: Vegetarische Kost wird als „Standard-Essen“ bei der Patient:innenversorgung festgelegt, eine fleischhaltige Variation ist optional auf Wunsch bestellbar.

Mitarbeitendenkasino: Es erfolgt eine Umstellung von aktuell drei angebotenen fleischhaltigen Menüs und einem veganen Menü zu drei angebotenen vegetarischen Menüs; ein fleischhaltiges Menü ist weiterhin auswählbar.

Eine Absprache über die Durchführbarkeit und die finanziellen Aspekte einer hauptsächlich vegetarischen Küche mit dem verantwortlichen Küchenchef fand statt. Die Machbarkeit sei ohne Weiteres gegeben; eine vegetarische Küche belaufe sich auf die gleichen Kosten wie eine fleischhaltige. Das bisher verwendete NICHT-BIO-Fleisch sei gleich teuer wie zusätzliches Gemüse/Getreide/Hülsenfrüchte.

Kosten-Nutzen-Rechnung

Keine zusätzlichen Kosten (s. o.), großer Nutzen wie grünes/gesundes Image des Krankenhauses, Erfüllung der Vorbildfunktion, Gesundheitsvorteile für Mitarbeitende und Patient:innen, positive ethische Aspekte (Tierwohl, Klimaschutz)

CO2-Äquivalent-Einsparung laut Klimaretter-Tool:

50 kg CO2 im Monat pro Person, die sich vegetarisch ernährt
x
3.000 Menschen, die täglich im Mitarbeitendenkasino essen (Zahl im Kasino erfragt) und
1.700 Patient:innen (Bettenanzahl des Klinikums)
=
Einsparung von 235 t CO2 im Monat durch vegetarische Ernährung der Mitarbeitenden und Patient:innen

Wiederverwendbare Kanülenabwurfbehälter

Ziel: Müllreduktion durch Wiederaufbereitung der Behälter, dadurch Schonung von Ressourcen und Reduktion von CO2-Emissionen durch weniger Entsorgungsverkehr

Unser Labor stellt seinen Einsendern kostenlos Kanülenabwurfbehälter zur Verfügung. Ein weiterer Service besteht darin, die Behälter samt Inhalt zu entsorgen.

Als Mitarbeiterin des Labors sehe ich täglich die große Anzahl an Boxen, die von unseren Fahrern in die Praxen gebracht werden. In einem Kreislauf gelangen dann die befüllten Gefäße auf der Rückfahrt der Fahrer in unser Labor zurück. Hier werden die Behälter von einem Entsorgungsunternehmen abgeholt.

Bei meinen Beobachtungen kam mir der Gedanke, eine Box zu entwickeln, die wiederverwendet werden kann.

Dies hätte folgende Vorteile:

  1. Die kostbaren Kanülenabwurfbehälter könnten häufiger genutzt werden.
  2. Das Volumen des verbleibenden Mülls würde erheblich reduziert.
  3. Es könnte ein Arbeitsplatz entstehen. Ein/e geschulte/r Mitarbeiter:in könnte sich um die Entsorgung des Abfalls und um die Reinigung der Behälter kümmern.

Entsorgungsboxen für Einwegprodukte sind bekannt. Insbesondere Boxen nach dem Standard DIN EN ISO23907, die Schutz vor Stich- und Schnittverletzung bieten sollen. Üblicherweise muss vor Beginn der Füllung der Box ein Deckel aufgesetzt und fest eingerastet werden. Nach dieser Vorbereitung zur Nutzung kann der Deckel nicht mehr vom Korpus getrennt werden. Diese Sicherung des Deckels ist Teil des Schutzes vor Stich- und Schnittverletzung, sie verhindert den ungehinderten Zugang zu scharfkantigen und spitzen Gegenständen. Durch diese untrennbare Verbindung entsteht aber der Nachteil, dass zwangsläufig mit benutzten Spritzen und Einwegprodukten auch der Kanülenabwurfbehälter entsorgt wird.

Die im Folgenden beschriebene Erfindung ermöglicht es durch einen speziellen konstruktiven Aufbau den Deckel wieder vom Körper zu trennen und gleichzeitig den Standard DIN EN ISO 23907 zu erfüllen.
Der Vorteil: die Box kann nach Entnahme des Mülls und Reinigung wiederholt benutzt werden. Aus dem Einweg-Kanülenabwurfbehälter wird ein Mehrweg-Kanülenabwurfbehältersystem.

Die entnommenen zu entsorgenden Teile können zudem mit einem wesentlich kleineren Volumen entsorgt werden, was die Kosten, die nach Gewicht und Volumen berechnet werden, erheblich reduziert.

Basis für die Erfindung ist der Aufbau handelsüblicher Kanülenabwurfbehälter, bestehend aus Korpus, Hauptdeckel und Einwurfdeckel mit darunter liegendem Einwurfschlitz.

  • Der Hauptdeckel wird auf den Korpus mit einer genügend großen Anzahl an Kunststoffhaken (Schlössern) geklickt.
  • Die eingerasteten Kunststoffschlösser gewährleisten eine Sicherung des Hauptdeckels nach DIN EN ISO 23907. Auch bei einem Sturz aus einer Höhe von 1.20 m wird der Deckel sicher gehalten.
  • Handelsübliche Kanülenabwurfbehälter sind in diesem Moment fest verschlossen. Die große Anzahl von Kunststoffschlössern verhindert, dass der Deckel vom Hauptkörper entfernt werden kann. Sollte es gelingen, einen oder zwei Haken mechanisch von außen zu lösen, wirkt weiterhin eine genügend große Anzahl von Haken.
  • In dieser Erfindung bildet eine Aussparung (hier kreisrund) im Hauptdeckel die Möglichkeit, die Schlösser durch das Einstecken von (zylindrischen) Stiften zu lösen.
  • Ein Werkzeug ist so konzipiert, dass zu jedem Schloss passend ein Löse-Stift angeordnet ist.
  • Der Rahmen des Werkzeuges ist so gestaltet, dass er eine Führung am Deckel bildet.
  • Bei eingestecktem Werkzeug werden gleichzeitig alle Haken befreit, sodass der Hauptdeckel wieder abnehmbar ist.
  • Das Werkzeug ist in seiner Form so konzipiert, dass der Hauptdeckel sich im Werkzeug leicht verkeilt. Hauptdeckel und Werkzeug bilden so beim Anheben eine Einheit.
  • Das Werkzeug hat in seiner Oberfläche eine Öffnung, sodass der Deckel von oben aus dem Werkzeug gedrückt werden kann.
  • Korpus, Hautdeckel und Werkzeug sind wieder getrennt.

Den Einsatz der Erfindung in unserem Labor stelle ich mir folgendermaßen vor:

Das bestehende Vertriebsnetz der Behälter wird genutzt. Die Fahrer liefern weiterhin die Kanülenabwurfbehälter.

In einem Pfandsystem „alt gegen neu“ wird dafür gesorgt, dass alle Behälter wieder zurückgeführt werden.

Die eingesammelten befüllten Gefäße werden von einem angelernten Mitarbeiter entleert. In einer Spülmaschine werden die entleerten Boxen gereinigt.

Kosten

Zur Zeit liegen die Kosten für die Einmalbehältnisse (siehe auch Preislisten der Firma Sarstedt) je nach Größe zwischen 1,60 € (0,7 L) und 2,60 € (4 L) plus Umsatzsteuer.

Wir kalkulieren für unseren wiederverwendbaren Behälter 10 € (2-4 L), so dass er sich schon nach spätestens 5-maligem Gebrauch amortisiert hat. Die Entsorgung vom Labor aus mit Spezialunternehmen würde auch noch einmal erheblich Kosten und Energie sparen, da das Labor nach Komprimierung in Behältern zwischen 60 und 250 L entsorgen würde.

In Deutschland gibt es ca. 100.000 Arztpraxen. Nach unserer Kalkulation (bei Gebrauch von 20 Behältern im Jahr und einer Einsparung von durchschnittlich 20 € (wahrscheinlich viel höher) pro Praxis pro Jahr) ergibt sich ein mögliches Einsparpotenzial in Höhe von 40 Millionen Euro.

Die Entlastung der Umwelt durch weniger Plastik liegt bundesweit in Summe bei ca. 200 Tonnen, nur wenn man die Behälter rechnet. Die CO2-Einsparung durch weniger Entsorgungsverkehr ist zusätzlich enorm.

Mehrwegsystem für Ultraschallgelflaschen

Ziel: Reduktion von Plastikmüll sowie Reduktion des Ressourcenverbrauchs von Erdöl

Statistische, physikalische und gesellschaftliche Grundlagen

In unserer Frauenarztpraxis mit 2 KV-Sitzen und 3 Gynäkologinnen führen wir jährlich gut 5.000 Ultraschalluntersuchungen durch und verbrauchen dafür 252 Flaschen à 250 ml Ultraschallgel. Nach Gebrauch werden in unserer Praxis die leeren Flaschen mit dem Verpackungsmüll im gelben Sack entsorgt.

Ultraschallgel-Verbrauch von Hamburger ÄrztInnen

Im Jahr 2021 arbeiteten laut Hamburger Ärztekammer 639 GynäkologInnen in Hamburg. Insgesamt praktizierten 14322 ÄrztInnen in Hamburg, davon mit relevanter sonographischer Tätigkeit AllgemeinmedizinerInnen (1013), InternistInnen (1862), PädiaterInnen (613), UrologInnen (215), ChirurgInnen und OrthopädInnen (1342), RadiologInnen (314) (Quelle).

Unter der Annahme, dass wir in unserer Frauenarztpraxis mit einer DEGUM II-Ultraschallerin einen ca. doppelt so hohen Ultraschallgelverbrauch haben wie durchschnittliche FrauenärztInnen, wäre der Verbrauch von Ultraschallgelflaschen auf alle Hamburger FrauenärztInnen auf ca. 80.500 Flaschen pro Jahr hochzurechnen, was 126 Flaschen pro ÄrztIn pro Jahr entspräche. Unter der Annahme, dass die 639 FrauenärztInnen Hamburgs durch die vielen Schwangerschaftsvorsorge-Ultraschalluntersuchungen durchschnittlich 3-5x so viele Ultraschalluntersuchungen pro ÄrztIn durchführen wie die 5.989 ÄrztInnen der übrigen sonographierenden Fachrichtungen, wäre ein Ultraschallgel-Verbrauch zwischen rund 250.000 und 370.000 Flaschen pro Jahr zu extrapolieren.

Dies entspräche ca. 1.000 Plastikflaschen, die Hamburger Ärzte für die Durchführung von Ultraschalluntersuchung pro Tag benötigen.

Ultraschallgelflaschen

Eine Ultraschallgelflasche wiegt leer 26 g und besteht aus HDPE/LDPE. HDPE ist die Abkürzung für High Density Polyethylen, LDPE die Abkürzung für Low Density Polyethylen, welche beide besonders stabile Kunststoffe sind. Sie werden aus Öl hergestellt, dessen Vorkommen auf der Erde begrenzt ist, und sind weder biologisch abbaubar noch kompostierbar. Hingegen können sie eingeschmolzen werden, um für die Herstellung von neuen Kunststoffprodukten wiederverwendet zu werden.

Pfandflaschen in der Getränkeindustrie

In der Getränkeindustrie werden Pfandflaschen seit Anfang des 20. Jahrhunderts genutzt. Seit 2003 besteht in Deutschland eine Pfandpflicht auf Plastikflaschen. Mindestens 94% der Getränkeplastikflaschen in Deutschland werden aktuell recycelt (Quelle).

Mehrweg- versus Einwegflaschen

„Über den gesamten Lebenszyklus verursacht Mineralwasser aus Einweg-Plastikflaschen doppelt so viel CO2 im Vergleich zu Mehrwegflaschen.“ (Quelle)

Durchführung und Methode meiner Projektidee

Ablauf

  1. Die Ultraschallflaschen werden von den Arztpraxen über einen Großhandel für Praxisbedarf bezogen.
  2. Auf jede Flasche würde der Großhandel eine Pfandgebühr erheben. Im Rahmen der Lieferungen 1-2x/ Monat in die Praxen würden die leeren Flaschen dann aus den Praxen abgeholt.
  3. Die Flaschen würden von dort zu einem Abfüllunternehmen transportiert. Hier könnten Gelrückstände entfernt und die Flaschen ausgewaschen werden. Anschließend müssten sie nach geltenden Hygienevorschrift mit einer Alkohollösung desinfiziert und dann mit Ultraschallgel neu gefüllt werden.
  4. Vom Abfüllunternehmen würden die vollen Flaschen zum Laborbedarf-Großhandel zurück transportiert, der das Ultraschallgel in Pfandflaschen an die Ärzte vertreibt.

Auf diese Weise würde eine Plastikflasche schätzungsweise 10mal wieder befüllt.

Hygieneanforderungen

Die Reinigung von Flaschen, in denen Getränke gelagert werden, erfolgt Deutschlandweit bereits nach Standardverfahren.

Die Reinigung von Mehrweg-Ultraschallgel-Flaschen ist in der Produktinformation geregelt.

Potenzielle Kooperationspartner

  1. Arztpraxen und Krankenhäuser, die den Bezug von Ultraschallgel  auf das Mehrwegsystem umstellen
  2. der Großhandel, der die Regelung des Pfandsystems und den Transport der Flaschen zum Kunden hin und zurück übernimmt, z.B. die Fa. Intermed in Geesthacht
  3. eine Abfüllanlage, die die Reinigung, Desinfektion, Befüllung und den Transport vom Großhandel hin und zurück durchführt, z.B. die Fa. Lohnabfüller
  4. ein Ultraschallgel-Produzent, der die Abfüllanlage mit Ultraschallgel versorgt, z.B. die Fa. Goeckener.

Kostenschätzung

Die Kosten für eine Flasche gefüllt mit 250 ml Ultraschallgel belaufen sich auf 1,32 € + MwSt. In unserer Frauenarztpraxis betragen die Jahreskosten für Ultraschallgel somit knapp 400 €.

Wenn die Kosten für eine Pfandflasche 25 ct betrügen, würden wir beim Einkauf zusätzliche 100€ ausgeben, die wir aber bei Abgabe erstattet bekämen.Wenn Ultraschallgel durch das Recyceln der Flaschen mit zusätzlichen Transportwegen, Flaschenreinigung, -desinfektion und Abfüllung um 50% teurer würde, würden die Ausgaben für unsere Praxis um brutto 200 € steigen. Für unsere Praxis mit 2 Gesellschafterinnen würde dies Zusatzausgaben von netto 65 € im Jahr bedeuten, die ich zur Reduktion von rund 250 auf 25 Flaschen tatsächlich gerne aufbringen würde.

Mehr Achtsamkeit beim Energieverbrauch im Krankenhaus

Ziel: Eine Verbesserung des Nutzer:innenverhaltens (Mitarbeitende und Patient:innen) beim Lüften, Heizen, Beleuchten und bei der Nutzung von elektrischen Geräten

Im Bereich Unternehmenskommunikation des Klinikums entstand die Idee, mit Aufklebern in den Farben der Einrichtung auf ein energiesparendes Verhalten hinzuweisen bzw. daran zu erinnern. Mit Unterstützung des Teams der Hauswirtschaft wurden die Aufkleber an allen in Frage kommenden Fenstern und Türen im gesamten Gebäude angebracht.

Die zu kalkulierenden einmaligen Kosten umfassen je Motiv die Gestaltungs- und Druckkosten (z. B. € 100.- für 1.000 Aufkleber, € 166.- für 2.500 Aufkleber oder € 518.- für 10.000 Aufkleber, DIN A 7, Umweltdruckerei, inkl. Versand).
Bei entsprechender Information und Motivation können durch angepasstes Nutzer:innenverhalten so bis zu 10% Energie- und Kosteneinsparungen mit der sich daraus ergebenden Reduktion von CO2-Emissionen erzielt werden (Quelle).

Praxis-Klima-Challenge

Ziel: Motivation der Mitarbeitenden, die Praxis über eine interne Klima-Challenge CO2-neutraler, nachhaltiger und fairer zu gestalten

Die aktuellen Maßnahmen:

  • Wir versuchen soweit medizinisch mindestens gleichwertig Pulverinhalatoren statt Treibgase enthaltende Dosieraerosole einzusetzen
  • Bürobedarf: Umstellung auf NEMO
  • Wir vermeiden Medikamentenproben und Werbeprospekte von Pharmavertreter:innen und bestellen unnötige Werbesendungen ab
  • Wir registrieren uns bei dem Projekt „Praxis ohne Plastik“, das an der Entwicklung nachhaltiger Lieferketten für Praxen arbeitet
  • Wir nutzen Einwegmaterialien so sparsam wie möglich und bestellen wenn möglich lieber Nachfüllpackungen und wenn vorhanden recycelte Materialien (z. B. Schreibpapier, Toilettenpapier, Papierrollen für Liegen)
  • Müllreduktion: Wir stapeln tief und fangen mit konsequenter Mülltrennung an – im nächsten Schritt dann Müllvermeidung
  • Unsere Mitarbeiter:innen haben bereits die Möglichkeit, ein ÖPNV- oder Leasing-E-Bike zu beziehen. Beides kann durch die Mitarbeiter:innen auch privat genutzt werden. Bereits vorhanden sind sichere Fahrradstellplätze und auch einzelne E-Ladestationen
  • Um Papier einzusparen haben wir laminierte, abwischbare „Laufbögen“ zur Wiederbenutzung in den Betrieb genommen und konnten damit schon dramatisch gut unseren Datenmüll (und somit noch nicht mal recyclefähigen Papierverbrauch) einsparen.  

Pläne für die Zukunft:

  • Wie streben einen Wechsel zu einem Stromanbieter an, der ausschließlich Ökostrom anbietet, und wollen zusammen mit der Hausgemeinschaft prüfen, ob ein Anschluss an erneuerbare Heizquellen (Biogas, Fernwärme…) machbar ist.
  • Schon jetzt versuchen wir, unseren Energieverbrauch zu senken (z. B. Vermeidung des Stand-by-Modus, abendliches Licht ausschalten und sparsames Heizen.