Spendenprojekt 20/21 ArztMobil – Interview mit Julia Herrmann

Wir haben Julia Herrmann getroffen – Geschäftsführerin des ArztMobils, unser neues Spendenprojekt – und haben ihr ein paar Fragen zum Projekt gestellt und auf welche Hilfe das ArztMobil gerade am meisten angewiesen ist.

ÄN: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, das ArztMobil ins Leben zu rufen?

JH: Ende 2016 halfen einige Mitarbeiter vom ArztMobilHamburg bei einem Projekt mit, welches Lebensmittel, Kleidung und Hygieneartikel in der Innenstadt verteilte. Wir sahen, dass die Bedürftigen teilweise in einem schlechten gesundheitlichen Zustand waren und fingen an, in Hauseingängen die Menschen medizinisch zu versorgen. Dies war auf Dauer keine Lösung, da kein Schutzraum vorhanden war, der Privatsphäre bot. So kam die Idee auf, eine mobile Praxis zu organisieren, welche wir in einem Maskenmobil fanden. Dieser Bus ist ausgestattet mit Schubladen, Regalen und kleinen Schränken, die wir nutzen konnten, um die medizinische Ausstattung zu verstauen.

ÄN: Wie wird das ArztMobil unter den Betroffenen angenommen?

JH: Das ArztMobil wird von Anfang an gut angenommen. Doch es brauchte einige Zeit, bis es sich unter den Patienten herumsprach. Das Team musste sich das Vertrauen erarbeiten, da Scham oft eine große Rolle spielt. Während unserer Arbeit stellten wir fest, dass eine Sprechstunde parallel zu einer Essensverteilung von Vorteil ist, da die Menschen dadurch leichter zu erreichen sind. Fürsorge und Respekt den Patienten gegenüber steht bei uns an erster Stelle.

ÄN: Inwiefern hat sich die Lage sich zu Corona-Zeiten verändert? 

JH: Wir haben als Team beschlossen, die Sprechstunden an den Wochenenden und Feiertagen weiter aufrecht zu erhalten. Viele Ganztagesstätten und Projekte mussten aufgrund von Corona vorerst schließen. Für unsere Patienten und uns war die Zeit wirklich schwierig, da auch die medizinische Versorgung kaum aufrecht zu erhalten war und die Vermittlung an andere Projekte nicht mehr möglich war. Zusätzlich hatten die Bedürftigen kaum zu essen, da Flaschen sammeln, betteln sowie der Verkauf von Hinz und Kunzt nicht mehr möglich war.

Hinzu kam, dass die Beschaffung von Schutzmaterialien sehr schwer war. Inzwischen hat sich die Situation entspannt, medizinische Versorgung findet auch in anderen Projekten wieder statt.

ÄN: Welche Art von Hilfe benötigen Sie (gerade) am meisten?

JH: Da unser Projekt sich rein aus Spenden finanziert, sind wir auf Sach-und Geldspenden angewiesen. Verbandsmaterialien, Wundauflagen, Desinfektionsmittel, Rollstühle, Unterarmgehstützen sind immer knapp und dadurch willkommene Spenden. Sachspenden können direkt über mich unter julia@arztmobilhamburg.org oder unter 0173-9897208 gemeldet werden. Auch freuen wir uns immer über tatkräftige Mithilfe, insbesondere von Ärzten oder medizinischem Fachpersonal, im Team.

Spendenkonto:
ArztMobil Hamburg gUG (haftungsbeschränkt)
IBAN: DE92201900030019626100
BIC: GENODEF1HH2 (Hamburger Volksbank)
Verwendungszweck: ,,Spende ArztMobil Hamburg“

(Wird eine Spendenbescheinigung gewünscht, bitte die Adresse auf
dem Überweisungsträger vermerken)

Lehrvideo: Hygiene in der Arztpraxis

Liebe Praxen,

wir freuen uns, Ihnen ein weiteres kurzes Lehrvideo präsentieren zu dürfen, das unter maßgeblicher Federführung vom Labor Dr. Heidrich und Kollegen entstanden ist. Dieses Mal sprechen wir über die wichtigsten Hygiene Regeln im Praxisalltag. Teilen Sie es gerne unter Ihren KollegInnen und MitarbeiterInnen.

Wenn Sie Fragen zu den Inhalten haben, nutzen Sie gerne die Kommentarfunktion unterhalb dieses Beitrags. Wir werden die Fragen dann entsprechend weiterleiten und beantworten.

Ihr ÄrzteNetz

Hygiene in der Arztpraxis – Sonderausgabe zu COVID-19

Liebe Praxen,

da unsere beliebten Hygiene Fortbildungen derzeit nicht stattfinden können, haben Frau Kurschat (Lehr-MTA, Labor Dr. Fenner und Kollegen) und Frau Miersch (Leitende MTA Mikrobiologie, Labor Dr. Heidrich und Kollegen) sich eine Alternative überlegt und für Sie ein kurzes Video zum Thema “Hygiene in der Arztpraxis – Sonderausgabe zu COVID-19” erstellt.

Wenn Sie Fragen zu den Inhalten haben, nutzen Sie gerne die Kommentarfunktion unterhalb dieses Beitrags. Wir werden die Fragen dann entsprechend weiterleiten und beantworten.

Ihr ÄrzteNetz

Informationen zum Coronavirus SARS-CoV-2

Kräfte bündeln

Zum Jahresende

wünschen wir allen unseren Leserinnen und Lesern eine friedliche und frohe Weihnachtszeit sowie einen guten Start in das neue Jahr!

Gerne sind wir auch 2020 wieder für Sie da!
Ihr ÄrzteNetz Hamburg e.V.

Welt-Osteoporose-Tag 2019

Die Osteoporose ist eine systemische Skelettkrankheit, die sich durch abnehmende Knochenmasse und Verschlechterung der Knochenarchitektur auszeichnet. Die Folge ist vermehrte Knochenbrüchigkeit. Mit zunehmendem Alter verringern sich außerdem Muskelkraft und –koordination. Daraus resultiert eine G e b r e c h l i c h k e i t, die den Vorzügen einer steigenden Lebenserwartung dank medizinischem Fortschritt und trotz Verbesserung der allgemeinen Lebensbedingungen entgegensteht. Denn haben sich Frakturen einmal eingestellt, sind die Folgen häufig Pflegebedürftigkeit, Einschränkung der Mobilität, ja oft sogar das Ende eines selbstbestimmten Lebens. Von Schmerzen, einer umfangreichen Medikation und dem Risiko von Folgefrakturen ganz zu schweigen. So handelt es sich bei der Osteoporose weder um eine „Modediagnose“ noch um die Erfindung von Ärzten oder Pharmaindustrie.

Schließlich sind in Deutschland ca. 8 Mio. Menschen über 50 Jahren an Osteoporose erkrankt. Abgesehen von den direkten Behandlungskosten von ca. 12 Mrd. Euro/Jahr, von denen allein 75% für die Frakturversorgung aufgewendet wurden, waren nur 15 % der Kosten zur Prophylaxe weiterer Frakturen (zum Beispiel durch Medikamente) erforderlich.

Unser ärztliches Ziel sollte sein, in einem Land mit dem Anspruch auf qualitativ hochwertige Versorgung, die Osteoporose schon früh zu entdecken. Die Leitlinien des Dachverbandes für Osteologie empfehlen Vorsorgeuntersuchungen bei Frauen ab 60 und Männern ab 70 Jahren. Bestehen entsprechende Risikofaktoren (z.B. langjährige Cortisonmedikation, rheumatische oder neurologische Erkrankungen uvam.) natürlich auch früher.

Wir wollen Osteoporosepatienten noch vor der ersten Fraktur  als gefährdet erkennen und eine gezielte Diagnostik und Therapie bereithalten.

Im ÄrzteNetz Hamburg stehen zahlreiche Osteologen den Patienten mit Rat und Tat zur Verfügung. Ein Osteoporosenetzwerk koordiniert zusätzlich die Diagnostik und Therapie von Patienten im Anschluß an einen stationären Aufenthalt in einigen Hamburger Kliniken.

Gern informiert das ÄrzteNetz Hamburg über Ansprechpartner im Netz für Osteoporose. Melden Sie sich bei Fragen hierzu gerne in der Geschäftsstelle unter Tel 040 2000 4500.

Dr. med. Andreas Schüßeler
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
Osteologe (DVO)

Internationale Woche der Gehörlosen

Am 29.09.2019 geht die Internationale Woche der Gehörlosen zu Ende. Mit verschiedenen Aktivitäten wurde so an den ersten Weltkongress der World Federation of Deaf (WFD) erinnert und auf die Situation von gehörlosen Menschen im Alltag aufmerksam gemacht.

Neben der Integration in alle sozialen Bereiche und der Hilfestellung in verschiedenen Lebenslagen (wie zum Beispiel durch Gebärdendolmetscher), nimmt aus medizinischer Sicht die Rehabilitation der Betroffenen durch eine Therapie mit Cochlea Implantaten einen hohen Stellenwert ein. HNO-Fachärzte aus dem ÄrzteNetz und die beteiligten Kliniken stehen in Hamburg gerne für Beratungsgespräche zur Verfügung. Früher war es teilweise erforderlich, längere Wegstrecken für eine gute operative Versorgung zurückzulegen. Inzwischen gibt es auch in Hamburg ein hervorragendes Netzwerk.

In einem aktuellen Beitrag für die NDR-Visite berichtet unser Mitglied, Dr. Thiemo Kurzweg, HNO-Facharzt, über die Rehabilitation von Schwerhörigen mit Hörgeräten. Zudem wird Professor Betz aus dem UKE zu Cochlea-Implantaten interviewt.  Sehen Sie hier den Beitrag aus NDR-Visite

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Weitere Informationen finden Sie auch auf der Seite des Deutschen Gehörlosen Bundes

Welt-Alzheimertag – 21.09.2019

Ein Beitrag unseres Vorstandsmitglieds Herrn PD Dr. Michael Rosenkranz

Vor gut 110 Jahren wurde von dem deutschen Neurologen Alois Alzheimer erstmals eine hirnorganische Krankheit beschrieben, die bei meist älteren Menschen durch zunehmende Vergesslichkeit, Orientierungsstörung, Störungen des Denkvermögens und Wesensänderung gekennzeichnet ist: die Demenz vom Alzheimer-Typ. Die Erkrankung ist für rund zwei Drittel aller Demenzerkrankungen verantwortlich und damit die häufigste Demenzform. Viele Patienten werden unruhig, mitunter aggressiv oder entwickeln depressive Symptome. Auch das Urteilsvermögen und die Sprachfähigkeit lassen häufig nach.

Die Ursache der Alzheimer-Erkrankung ist bisher nicht geklärt. Wir wissen heute, dass Eiweißablagerungen im Gehirn (Beta-Amyloid und Tau) eine wichtige pathophysiologische Rolle spielen. Wodurch die Eiweißablagerungen ausgelöst werden ist bisher nicht bekannt.

Für den medizinischen Laien ist die Alzheimer-Krankheit nicht leicht von anderen Demenzformen zu unterscheiden. Die Diagnose wird durch einen Neurologen auf der Basis der Eigen- und Fremdanamnese, einer körperlichen neurologischen und psychiatrischen Untersuchung und weiterer Test- und Untersuchungsverfahren gestellt. Hierbei ist die frühzeitige Abgrenzung von anderen, teilweise gut behandelbaren oder sogar heilbaren Demenzursachen von größter Bedeutung.

Die zunehmenden Einschränkungen und Veränderungen wirken sich bei den Betroffenen immer stärker auf den Alltag aus, wodurch sie zunehmend auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind. Die Betreuung der zunehmend hinfälligen Patienten stellt für die Angehörigen meist eine riesige körperliche, psychische und auch finanzielle Herausforderung dar. Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen sind hierbei wichtige und hilfreiche Ansprechpartner für alle Beteiligten.

Der Verlauf der Erkrankung kann durch Medikamente und auch durch nicht-medikamentöse Behandlungsformen verzögert und positiv beeinflusst werden. Eine Heilung der Alzheimer-Krankheit ist bisher aber noch nicht möglich. Wichtig sind die frühe Diagnosestellung und rechtzeitige Einleitung geeigneter krankheitsmodifizierender und unterstützender Maßnahmen, damit die Betroffenen so lange wie möglich ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen können.

Priv.-Doz. Dr. med. Michael Rosenkranz
Facharzt für Neurologie, Spezielle Neurologische Intensivmedizin, DEGUM Seminarleiter Stufe III
Chefarzt der Klinik für Neurologie und Neurologische Frührehabilitation
Ärztlicher Direktor der Albertinen-Krankenhaus/Albertinen-Haus gemeinnützige GmbH

Qualitätszirkel ÄrzteNetz – 26. September 2019

Minimalinvasive Chirurgie bei Abdominaltumoren

„Immer mehr Studien belegen, dass laparoskopische Operationstechniken auch für Patienten mit malignen Abdominaltumoren nicht nur perioperativ, sondern auch langfristig vorteilhaft sind.

Die minimalinvasive Chirurgie (MIC) ist das dominierende Verfahren bei Cholezystektomie, Appendektomie, Sigmaresektion wegen Divertikulitis und Hernienreparation. Lange Zeit bestand Unsicherheit, ob die Vorteile eines laparoskopischen Eingriffs (geringere postoperative Schmerzen, verkürzter Kranken­haus­auf­enthalt) auch bei Tumorresektionen zum Tragen kommen – ohne Einbuße der onkologischen Qualität. 

Seit einigen Jahren wird die MIC bei onkologischen Erkrankungen des oberen und unteren Gastrointestinaltrakts angewendet – und das mit guten Ergebnissen. Am häufigsten wird Darmkrebs laparoskopisch entfernt: Etwa 55 000 Neudiagnosen werden jährlich in Deutschland gestellt, wobei die Patienten zu diesem Zeitpunkt im Mittel 75 Jahre alt sind. 

Dennoch werden hierzulande nur etwa 20 %–30 % der Betroffenen minimalinvasiv operiert. Bei unseren europäischen Nachbarn liegen die MIC Operationen zum Teil bei 50 %–80 %. Voraussetzung für die Anwendung ist jedoch nicht allein die wissenschaftliche Erkenntnis, sondern auch die Fähigkeit des Chirurgen, gemeinsam mit seinem Team eine minimalinvasive Operation fachgerecht durchzuführen. Dies erfordert praktische Weiterbildung, Trainingskurse und Begleitung durch bereits erfahrene Kollegen.“

Wir freuen uns auf einen interessanten Fortbildungabend im Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg, auf dem Herr PD Dr. Dr. Uwe Johannes Roblick einen aktuellen Ausblick auf die Möglichkeiten der MIC geben wird. Die Veranstaltung wird von der Ärztekammer mit 5 Fortbildungspunkten anerkannt.
Bitte melden Sie sich über die Geschäftsstelle an.